Aiquile – Teil 3: Meine Freunde und Kollegen

Natürlich besteht das Internat nicht nur aus den Jungen. Deshalb möchte ich euch jetzt über meine Mitarbeiter und Freunde erzählen.

Neben mir arbeiten 4 weitere Personen im Internat. Ein polnischer Pastor, ein Glaubensbruder, meine Verantwortliche sowie eine Köchin.

Der „Padre“ Tomasz ist ein Pastor aus Polen, der jetzt seit einem Jahr etwa in Aiquile im Internat arbeitet. Im Internat ist er für die Kinder verantwortlich, fällt diesbezüglich die Entscheidungen und hat das Sagen im Internat. Wie ich spricht er auch kein perfektes Spanisch und hat sogar in der gleichen Sprachschule Spanisch sprechen gelernt wie ich. Wir konnten uns schon gut über unsere Lehrer der Sprachschule unterhalten. Der Padre ist sehr sehr nett und mir sehr sympathisch. Ganz zu Anfang sagte er mir bereits, dass ich mir über keine Sachen Sorgen machen soll, weil er bei Bedarf Sachen zu meinen Gunsten regeln kann, wenn mich etwas bedrückt. Leider ist der Padre nicht oft im Internat, weil er viel in den Dörfern der Prälatur Aiquile unterwegs ist, um Messen zu feiern. Wenn er mal da ist, ist er entweder am arbeiten oder auf seinem Zimmer. Dementsprechend habe ich insgesamt recht wenig Kontakt mit ihm gehabt.

Als zweiter im Bunde des Glaubens ist der „Hermano“ (= Bruder) Marcos. Dieser hatte mal die Rolle des Padres, ist angesichts seiner 74 Jahre mittlerweile etwas von der Arbeit mit den Kindern zurückgetreten. An sich ist Marcos echt nett, doch teilweise hat er Phasen, in denen er etwas grummelig und in nicht sehr guter Stimmung. Zu meinem Leidwesen ist seine Aussprache etwas undeutlich, wodurch es für mich extrem schwierig wird, ihn gut zu verstehen, da mein Verständnis der Sprache noch nicht ausreichend ist, um alles mitzubekommen. Diese Punkte führen dazu, das wir uns nicht so oft unterhalten, was sich allerdings hoffentlich ändern wird, wenn ich besser sprechen kann. Natürlich benutze ich das nicht als Ausrede, um nicht mit ihm zu sprechen. Ich versuche michdennoch mit ihm zu unterhalten, muss mich dabei nur sehr anstrengen.

In der Küche des Internates arbeitet Julia, die Köchin des Internates. Durch 5 Jahre Arbeit im Internat kennt sie diverse Freiwillige, von denen sie oft berichtet, wenn ich ihr in der Küche beim Schnippeln helfe. Dabei hat sie besonders einen Freiwilligen, den sie sehr gerne mag. Dieser heißt Malte und ist vor zwei Jahren hier gewesen. Bisher habe ich noch nicht sooo oft in der Küche geholfen, deshalb kann ich über die Köchin noch nicht so viel erzählen. An sich ist sie allerdings ebenfalls nett und ich verstehe sie auch gut, wenn wir uns unterhalten. Da sie schon mit einigen Freiwilligen zusammengearbeitet hat, weiß sie, wie es bei mir um die Sprachkenntnisse steht und versteht das auch vollkommen. In den letzten Jahren sind nämlich nur Leute nach Aiquile gekommen, die wenig Sprachkenntnisse hatten und es erst vor Ort richtig gelernt haben.

Last but not least: meine Verantwortliche im Internat. Meine Verantwortliche heißt Wilma und ist 24 Jahre alt. Sie ist erst seit einem halben Jahr im Internat und ich komme sehr gut mit ihr klar. Normalerweise verbringe ich meine Zeit weitestgehend mit ihr. Ob auf dem Markt gehen, um benötigte Dinge oder Obstsalat zu kaufen oder Essen zu gehen, eigentlich erledigen wir solche Dinge immer zusammen. Trotz ihres Jungen Alters ist sie generell sehr streng zu den Jungs. Ich hingegen bin etwas lockerer, was eventuell in Sachen Respekt oder Ähnlichen etwas nachteilig sein kann. Sobald ich merke, dass die Jungs keinen Respekt vor mir haben sollten, werde ich allerdings ein Machtwort sprechen und notfalls auch streng werden.

Außerhalb des Internates gibt es noch Jaime. Jaime war für ein Jahr Freiwilliger in Deutschland, weswegen er jährlich den Freiwilligen gegenüber sehr aufgeschlossen und interessiert ist. Obwohl er ein Jahr in Deutschland gelebt hat, spricht er nur sehr wenig Deutsch, weil seine Gastfamilie spanisch gesprochen hat. Meine Spanischkenntnisse reichen allerdings mittlerweile aus, um mich einigermaßen mit ihm verständigen zu können. Mit ihm unternehme ich ab und zu etwas. Am Sonntag beispielsweise treffen wir uns, um uns zu unterhalten und natürlich kein Bier zusammen zu trinken. Das wäre ja etwas Verantwortungslos und moralisch fragwürdig als Freiwilliger.

Sonntag: Mit Jaime treffen. Das ist schonmal geklärt. Doch was mache ich eigentlich so den ganzen Tag im Internat?

Das erzähle ich in Aiquile Teil 4: Mein Tagesablauf!

Ich hoffe, dass die Blogeinträge soweit gut sind und euch gefallen. Falls nicht, könnt ihr mir das natürlich wie immer gerne sagen!

Liebe Grüße,

Marc!

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2 Gedanken zu “Aiquile – Teil 3: Meine Freunde und Kollegen

  1. Pingback: Aiquile – Teil 2: Die Leute | Marcs Bolivien Blog

  2. Nein, Marc, Dein Blog ist toll und gefällt uns sehr gut! Wir freuen uns immer sehr, etwas über Dein Leben in Bolivien zu erfahren! Also weiter so und viel Spaß! Genieße die Zeit und die neuen Erfahrungen! Wir lieben Diich und freuen uns mit Dir! Deine Familie

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